Der Wandel hat kein Ende und das ist gut so

von Nicole Angela Buck

Die sieben Räume der Verwandlung: Was sich seit 2024 verändert hat (und was nicht)

Eine Notification. Claude Code. Ich erinnere mich noch genau, wie ich kurz gestoppt habe. Schon wieder was Neues. Kurz durchgeatmet. Und dann – natürlich – draufgeklickt. Weil ich so bin. Weil ich nie wirklich aufgehört habe, neugierig zu sein. Auch nach über 25 Jahren.

Was dann passierte, ging schneller als ich erwartet hätte. Tage, keine Wochen. Und heute ist Claude Code fester Teil meines Arbeitsalltags. Aber darum geht es in diesem Artikel eigentlich gar nicht. Es geht um das Muster dahinter – dieses kurze Hoppla. Schon wieder was. Diesen Moment zwischen Notification und Neugier. Zwischen Schock und Schritt vorwärts.

Was sind die sieben Räume überhaupt?

Kurz zur Einordnung, für alle, die meinen Artikel von 2024 nicht kennen.

Das Modell der sieben Räume der Verwandlung ist kein Theoriekonstrukt aus dem Lehrbuch. Es ist eine Erweiterung klassischer Veränderungsmodelle – von Claes Janssens „Haus der Veränderung" und Elisabeth Kübler-Ross' Phasen des Trauerns – angepasst auf den Kontext von KI-Integration. Ich habe es im Rahmen meiner Ausbildung zur zertifizierten KI-Trainerin kennengelernt und seitdem in hunderten Gesprächen mit Kunden, Workshop-Teilnehmenden und Selbstständigen wiederentdeckt.

Die sieben Räume beschreiben, was Menschen durchlaufen, wenn sie mit KI in Berührung kommen – nicht technisch, sondern emotional und psychologisch:

  • Raum 1: Ahnungslosigkeit. Man weiß noch gar nicht, dass da etwas kommt. Kein Bewusstsein, keine Vorstellung, kein Interesse. Das ist kein Vorwurf – das ist einfach der Ausgangspunkt.
  • Raum 2: Schock. Die ersten Berichte, die ersten Demos, die ersten Schlagzeilen. Das kann überfordern. Und das darf es auch.
  • Raum 3: Verneinung. „Das ist nichts für mich." „Das bleibt ein Trend." „Mein Handwerk kann keine KI ersetzen." Bekannt? Ich kenne diese Sätze auswendig. Ich habe sie selbst gehört – von Kunden, von Kolleginnen, manchmal auch in meinem eigenen Kopf.
  • Raum 4: Verwirrung. Man probiert, scheitert, probiert nochmal. Weiß nicht, was man eigentlich von der KI erwarten soll. Fühlt sich dumm – obwohl man gar nicht dumm ist. Man hat halt einfach noch keine Sprache für das, was da gerade passiert.
  • Raum 5: Akzeptanz. Der Moment, in dem man aufhört zu kämpfen und anfängt zuzuschauen. Erste echte Versuche, erste kleine Erfolge. Das Eis taut.
  • Raum 6: Integration. KI wird zum Werkzeug. Nicht zum Wundermittel, nicht zum Feind – zum Werkzeug. Man arbeitet damit wie mit InDesign oder Excel: eingespielt, routiniert, ohne viel Aufhebens.
  • Raum 7: Transformation. Grundlegende Veränderungen werden möglich. Neue Dienstleistungen, neue Prozesse, neue Denkweisen. Was vorher nicht denkbar war, entsteht jetzt.

Klingt nach einem klaren Weg von A nach B? Ist es aber eben nicht. Und das ist der entscheidende Unterschied zu 2024.

Was sich seit 2024 verändert hat

Als ich damals diesen Artikel geschrieben habe, wusste ich schon: Die Räume sind keine Einbahnstraße. Man kann zurückfallen, wieder von vorne anfangen, sich im Kreis drehen. Was ich nicht ahnte – wie oft das passieren würde. Und wie schnell.

Weil KI ein laufender Prozess ist. Ein Feld, das sich permanent verschiebt. Und jedes Mal, wenn ein neues Tool kommt – Claude Code im Februar 2025, Cowork im Januar 2026, die Desktop App, die Chrome Extension – beginnt der Zyklus von vorne. Nicht bei Null. Aber mit einem kleineren Schock, einer kürzeren Verwirrung, einer schnelleren Akzeptanz.

Was ich in meinen Agenturkunden beobachte: Die Ahnungslosigkeit ist weg. Die meisten Betriebe wissen, dass es KI gibt. Aber viele hängen in einem stillen „Das ist nichts für mich" fest. Nicht laut, nicht dramatisch. Einfach still. Sie denken, KI sei für Technik-Affine, für Großunternehmen, für Menschen, die Zeit haben, sich damit zu beschäftigen. Die Verneinung hat eine neue Gestalt bekommen – sie ist leiser, aber hartnäckiger.

Bei den Teilnehmenden meiner Kurse ist es andersrum. Sie sind längst in der Integration. Manchmal sogar schon in der Transformation. Und trotzdem passiert es: Ein neues Feature taucht auf, ein neues Tool macht Schlagzeilen – und für einen kurzen Moment ist da wieder dieser Schock. Dieses „Oh. Schon wieder was." Dieser kurze Moment der Unsicherheit, bevor die Neugier einsetzt.

Das ist kein Versagen. Das ist der Beweis, dass man noch dabei ist.

Meine persönliche Erfahrung mit Claude Code, Cowork und der Chrome Extension

Ich bin Kommunikations- und Grafikdesignerin. Seit 1998. InDesign, Illustrator, Photoshop – das ist mein Handwerk. Ich kenne meine Werkzeuge so, wie ein Schreiner seinen Hobel kennt.

Und trotzdem war da dieser Moment mit Claude Code.

Claude Code war bereits seit Februar 2025 verfügbar – als Kommandozeilen-Tool für Entwicklerinnen und Entwickler. Ich habe es zunächst als „nichts für mich" eingeordnet. Terminal, Code, Entwickler, ... das klang nach einer anderen Welt. Aber dann kam die Desktop App. Und dann Cowork. Und plötzlich war es keine andere Welt mehr.

Cowork hat mir gezeigt, was agentisches Arbeiten wirklich bedeutet. Ich kann Aufgaben delegieren – mehrstufige, zeitaufwändige Aufgaben – und Claude erledigt sie. Ich bleibe in der Kontrolle, weil ich die Genehmigungen freigebe. Aber ich warte nicht mehr. Ich arbeite weiter.

Und dann die Chrome Extension. Die ist mein persönlicher Gamechanger. Ein agentischer Browser. Ich sage Claude, was ich brauche und es passiert. Im Browser. Auf Webseiten. Mit meinen Daten, meinen Aufgaben, meinem Tempo. Wenn ich heute gefragt würde, welches dieser Tools ich als letztes hergeben würde: die Chrome Extension. Ohne Zögern.

Aber ich war auch kurz in Raum 2. Kurz im Schock. „Schon wieder was Neues." Und dann in Raum 4 – der kurzen Verwirrung, weil man erstmal verstehen muss, was das jetzt eigentlich ist und wie es in den eigenen Alltag passt. Und dann ging es schnell. Weil ich die Räume kenne. Weil ich weiß, dass der Schock vergeht. Weil ich gelernt habe, der Neugier zu vertrauen.

Das ist der Unterschied, den inzwischen über drei Jahre Erfahrung mit KI-Tools machen.

Wo Menschen wirklich stecken – und wo Du

Lass mich ehrlich sein.

Wenn ich Betriebe berate – klassische Handwerksbetriebe, Agenturen, Dienstleister – dann sehe ich oft noch Raum 3. Die stille Verneinung. „Wir haben das mal angeschaut, aber das funktioniert bei uns nicht wirklich." Manchmal steckt dahinter ein schlechter erster Versuch. Manchmal ist es echte Skepsis. Und manchmal ist es schlicht Überforderung mit dem Tempo der Entwicklung – die halt einfach zu vieles auf einmal verändert.

Das ist kein Vorwurf. Das ist eine Beobachtung.
Wer hingegen schon in Kursen war, schon mit KI gearbeitet hat, der ist meistens in Raum 5 oder 6. Akzeptanz oder Integration. Und denkt manchmal, er sei schon fertig. Fertig transformiert. Fertig mit dem Prozess.

Aber dann kommt die nächste Notification.

Und das ist eigentlich eine gute Nachricht. Denn es bedeutet: Du bist noch dabei. Du bist noch im Spiel. Du durchläufst die Räume schneller als beim ersten Mal, effizienter, mit weniger Schmerz. Und das, was sich anfühlt wie „schon wieder von vorne", ist in Wirklichkeit Routine in der Veränderung.

Das gibt es so kein zweites Mal als Kompetenz. Und es lässt sich lernen.

Der Wandel als Dauerzustand: Das neue Normal

Es gibt dieses Sprichwort: Nichts ist so beständig wie der Wandel. Ich habe es früher ein bisschen belächelt. Heute lebe ich es täglich.

KI-Integration bedeutet 2026 nicht mehr: „Ich setze mich einmal damit auseinander und dann bin ich durch." Es bedeutet: Ich bin dauerhaft in einem Lernmodus. Mal mehr, mal weniger intensiv. Mal mit einem großen Sprung, mal mit einem kleinen Schritt. Aber immer in Bewegung.

Claude Code, Cowork, die Chrome Extension, die Desktop App – das alles kam innerhalb von wenigen Wochen. Und es wird weitergehen. Neue Tools, neue Versionen, neue Möglichkeiten. Die Frage ist nicht, ob das Tempo nachlässt. Die Frage ist, wie man damit umgeht.

Meine Antwort: mit den sieben Räumen.

Nicht weil das Modell magisch ist. Sondern weil es mir hilft zu verstehen, wo ich gerade bin. Wenn ich merke, dass ich in Raum 2 bin – im Schock über etwas Neues – dann weiß ich: Das ist normal. Das geht vorbei. Raum 4 kommt, und dann Raum 5. Ich muss nicht sofort alles verstehen. Ich muss nur neugierig bleiben.

Und das kann ich.

Mein Newsletter „Schritt halten. Der Newsletter für KI mit Kopf." ist übrigens genau aus dieser Haltung heraus entstanden. Nicht weil ich immer alles zuerst kenne. Sondern weil ich weiß, wie man mit dem Tempo umgeht. Wie man entscheidet, was wichtig ist und was warten kann. Wie man Schritt hält, ohne atemlos zu werden.

Fazit: Zurück zum Anfang und doch woanders

Eine Notification. Claude Code.

Ich erinnere mich noch genau, wie ich kurz gestoppt habe. Damals war das Innehalten ein Moment der Unsicherheit. Heute ist es ein Moment der Orientierung. Ich halte kurz inne, ordne ein, entscheide – und dann gehe ich weiter.

Das ist der Unterschied, den die sieben Räume machen. Nicht dass man keine Räume mehr durchläuft. Sondern dass man weiß, in welchem man gerade ist.

Und jetzt die Frage, die ich Dir mitgeben möchte: In welchem Raum bist Du gerade? Wirklich. Nicht wo Du denkst, dass Du sein solltest. Sondern wo Du tatsächlich stehst – mit dem Tempo, das KI gerade vorgibt, mit den Tools, die kommen und gehen, mit dem Alltag, der weiterläuft.

Das ist keine Prüfung. Das ist eine Einladung. Denn wer weiß, wo er steht, kann entscheiden, wohin er geht.

Ich bin gespannt, was Du darüber denkst. Am liebsten auf LinkedIn – schreib mir.

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→ Sieh auch meinen Blogartikel: Von Ahnungslosigkeit zur Transformation – mein erster Artikel über die sieben Räume der Verwandlung aus 2024.

Quelle: Meine Erfahrungen und der Dialog mit Claude. Die Bilder sind mit Midjourney und fal.ai generiert.

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Ich bin Nicole

Nicole Angela Buck – KI-Trainerin und Kommunikationsdesignerin in ihrem Atelier, lächelnd in gelbem Blazer

Mit über 25 Jahren Erfahrung als Kommunikations- und Grafik-Designerin und meiner Ausbildung als zertifizierte KI-Trainerin unterstütze ich Dich dabei, Deine Firma optimal online zu präsentieren. Lerne, wie Du durch präzise und intelligente Online-Strategien Deinen Betrieb nicht nur zeigst, sondern eine Geschichte erzählst, die bleibt. Mit Unterstützung einiger wichtiger KI-Tools darf Dein Content-Marketing wirklich Spaß machen!

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